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Sitophilus granarius

Sitophilus granarius

Syn. Calandra granarius

Kornkäfer

Grain weevil, charançon du blé, Gorgojo del trigo

Autor: Ingo Müller-Sannmann, Pflanzenschutzamt, Hamburg

Stand: 03/2006

Taxonomische Klassifikation: Insecta: Coleoptera: Curculionidae

Bayer-Code: CALAGR

Quarantänestatus in der EG: Deutschland: Pflanzenbeschauverordnung Anlage 1

Wirtspflanzenspektrum:

Sitophilus granarius befällt diverse Getreidesorten auf dem Lager, die wichtigsten sind: Weizen, Roggen, Gerste, geschälter Reis, Mais und Hirse. Ferner befällt er auch Getreideprodukte wie Mehl und Schrot, an denen er sich aber nicht fortpflanzen kann.

Geographische Verbreitung:

Ursprungsland: semiaride Gebiete (Funde von 2300 v. Chr. in ägyptischen Pharaonengräbern)

Derzeitiger Verbreitungsstand: Weltweit verbreitet

Biologie des Schadorganismus:

Die Käfer erreichen eine Länge von 3,8-5,1 mm, der gesamte Käfer ist dunkel- bis schwarz­braun gefärbt. Der Kopf ist in einen ca. 1,5 mm langen Rüssel ausgezogen, an dessen Spitze die Mundwerkzeuge sitzen. Halsschild und Flügeldecken sind mit Grubenpunkten besetzt, die auf dem Halsschild verstreut und auf den Flügeldecken in Reihen angeordnet sind. Je nach Vorkom­men ist mit 2 (Mitteleuropa, ungeheizte Speicher) bis 9 Generationen (Indien) zu rechnen. Die Eier werden direkt in das Getreidekorn gelegt, in dem auch die gesamte Entwicklung verläuft. Bei optimalen Bedingungen (30 °C und 70% Feuchte) dauert die Gesamtentwicklung 32 Tage, bei suboptimalen Bedingungen kann sie sich auf 5-6 Monate verlängern. Temperaturen von -7°C können die Käfer bis zu 4 Wochen überleben. Die Lebensdauer der Käfer kann bis zu 28 Monaten betragen. Die Käfer sind flugunfähig.

Die Larven sind weiß, beinlos und bauchwärts zusammengekrümmt. Sie werden bis zu 2,3 mm lang. Die Verpuppung findet innerhalb des Korns statt.

Sitophilus granarius - AdultSitophilus granarius - Puppen

Adulter Käfer

[Foto: JKI]

Puppen

[Foto: JKI]

Einschätzung des Schadpotentials:

Sitophilus granarius ist der wichtigste und schädlichste Vorratsschädling erster Ordnung. Er befällt und schädigt viele verschiedene Vorräte auf dem Lager. Besonders für Betriebe mit einer großen Lagerhaltung ist er durch seine lange Lebensdauer, sein Hungervermögen, seine lange Ovopositionsperiode und seine Kältetoleranz von großer Bedeutung.

Lokale und internationale Verbreitungsmöglichkeiten:

Durch den internationalen Handel mit Vorräten ist Sitophilus granarius bereits weltweit verbrei­tet, obwohl er in gemäßigten Klimazonen nur in Lägern überwintern kann. Eine Verschleppung ist bei präimaginalen Stadien am unauffälligsten, da diese Stadien im Korn verborgen sind.

Verursachte Schäden:

Die Weibchen belegen ein Getreidekorn mit einem (selten zwei bis drei) Ei, die Larve frißt am Mehlkörper, bis am Ende das Korn zur Hälfte ausgehöhlt ist. Dies mindert nicht nur Gewicht und Wert der Ware, Kornkäferbefall fördert auch den Befall mit sekundären Schädlingen, Pilzen und Bakterien. Durch Fäulnisprozesse wird das Getreide unbrauchbar und auch die Keimfähigkeit von Saatgut wird beeinträchtigt.

Inspektionshinweise:

Sieben der Ware mit einem Sieb (Maschenweite 2 mm). Zur Feststellung von präimaginalen Sta­dien ist unter anderem eine Anfärbung der Sekretpropfen, mit denen das Weibchen die Eihöhle verschlossen hat, möglich.

Eine Verwechslung mit anderen Rüsselkäferarten ist kaum möglich, da S. zeamais und S. oryzae rote Flecken auf den Flügeldecken tragen. Die Larven dieser Arten ähneln sich allerdings stark

Rechtliche Anforderungen:

Richtlinie 2000/29/EG Anhang IV A I: 32.3.

Literaturangaben:

Heinze, Kurt: Leitfaden der Schädlingsbekämpfung, Band IV.

Vorrats- und Materialschädlinge, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart, 4. Auflage 1983

 



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