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Diplocarpon mali - BlattsymptomeDiplocarpon mali (Nebenfrucht: Marssonina coronaria)

Taxonomische Klassifikation: Fungi: Helotiales: Dermateaceae

Quarantänestatus in der Europäischen Gemeinschaft: -

EPPO: Warnliste 2013-2017

Der Pilz Diplocarpon mali ist der Verursacher der Marssonina-Blattfallkrankheit bei Apfelbäumen. Infizierte Apfelbäume verlieren frühzeitig ihre Blätter, noch während die Äpfel am Baum hängen. Schwere Symptome treten für gewöhnlich nach längeren Regenperioden im Sommer auf. Auf den Blättern entwickeln sich grau-schwarze Blattflecken, die sich zu chlorotischen und nekrotischen Arealen mit rot-violetten Rändern entwickeln. Danach entwickeln sich kleine runde schwarze Fruchtkörper auf der Blattoberseite. Wenn das Blatt stark befallen ist, verfärbt es sich gelb und fällt ab. In Baden-Württemberg wurden die ersten Symptome schon Mitte August beobachtet. Der Befall führt zu einer verringerten Menge und Qualität der Äpfel und beeinträchtigt den Fruchtansatz im Folgejahr. Der Pilz überwintert in Laub. Schäden durch D. mali können durch den Einsatz von Fungiziden, die Entfernung infizierten Laubs und die Erhöhung der Luftzirkulation im Blattwerk durch sachgerechtes Beschneiden der Apfelbäume verringert werden. Der Pilz stellt vorwiegend im biologischen Apfelanbau ein wirtschaftliches Problem dar.

Diplocarpon mali wurde aus Deutschland erstmals 2013 wegen Befalls in Hessen und Baden-Württemberg an die Europäische Kommission und die Mitgliedsstaaten gemeldet. 2014 wurde der Schaderreger auch in Sachsen gefunden. Im Rahmen des nationalen Monitoringprogrammes 2015 wurde der Pilz auch in Nordrhein-Westfalen und Thüringen gefunden. Nach einer Umfrage an die Pflanzenschutzdienste Länder 2017 gilt nur noch Schleswig-Holstein als befallsfrei. Der Pilz ist demnach in Deutschland in fast allen Teilen weitverbreitet etabliert. Es werden keine amtlichen pflanzengesundheitlichen Maßnahmen durchgeführt. Bereits 2013 wurde in der Express-Risikoanalyse des JKI festgestellt, dass Maßnahmen gegen die natürliche Verbreitung nur dann sinnvoll wären, wenn die Verbreitung lokal begrenzt wäre. Eine Ausrottung gilt als nicht mehr möglich.

Diplocarpon mali kommt auch in Tschechien, Italien, Österreich, der Schweiz, Slowenien und Rumänien vor.

Eine Meldung des Schädlings an das JKI ist aus den Bundesländern mit bekanntem Befall nicht mehr erforderlich.

Zuletzt geändert: 23.11.2017



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