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Radopholus similis

Radopholus similis und Radopholus citrophilus

R. similis: Syn.: Tylenchus similis, Radopholus similis Bananenrasse

Banana root rot, Burrowing nematode, Banana toppling disease nematode

R. citrophilus: Syn.: Radopholus similis Zitrusrasse

Citrus spreading decline nematode

Autor: Thomas Gerlach, Pflanzenschutzamt Berlin

Stand: 03/2006

Taxonomische Klassifikation: Nematoda, Tylenchida, Pratylenchidea

Bayer-Code: R. similis: RADOSI, R. citrophilus: RADOCI

Quarantänestatus in der EG: R. similis: Richtlinie 2000/29/EG Anhang II A II, R. citrophilus: Richtlinie 2000/29/EG Anhang II A I

Wirtspflanzenspektrum:

Für Radopholus similis sind über 250 Arten als Wirtspflanzen bekannt. Dazu gehören unter anderem Citrus spp., Piper nigrum, Musaceae, (Musa, Strelitzia), Marantacea (Calathea).

Radopholus citrophilus ist auf Citrus spezialisiert.

Geographische Verbreitung:

Ursprungsland: Nordamerika, Mittelamerika und Karibik, Südamerika

Derzeitiger Verbreitungsstand:

Radopholus similis:

  • Europa: Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Lokal auf Madeira (Portugal)
  • Afrika: Burundi, Kamerun, Zentralafrika, Kongo, Ägypten, Äthiopien, Gabun, Ghana, Guinea, Kenia, Madagaskar, Malawi, Mauritius, Mosambique, Nigeria, Reunion, Senegal, Seychellen, Somalia, Südafrika, Tansania, Sambia, Zimbabwe
  • Nordamerika: Kanada, USA
  • Mittelamerika und Karibik: Barbados, Belize, Costa Rica, Guadeloupe, Guatemala, Kuba, Martinique, Trinidad, Tobago
  • Südamerika: Brasilien, Französisch Guyana, Kolumbien, Peru, Venezuela, Ecuador, Peru, Guyana
  • Asien: Indien, Japan, Korea, Libanon, Philippinen, Taiwan, Sri Lanka, Thailand, Jemen, Malaysia
  • Pazifik: Australien, Fidschi, Samoa, Tonga, Papua-Neuguinea

Radopholus citrophilus:

  • EPPO-Region: noch nicht vorhanden
  • Afrika: Elfenbeinküste
  • Nordamerika: USA (Florida)
  • Zentralamerika und Karibik: Kuba, Dominikanische Republik, Puerto Rico
  • Süd Amerika: Guyana
  • Europäische Gemeinschaft: noch nicht vorhanden

Biologie des Schadorganismus:

Radopholus similis/R. citrophilus ist ein wandernder Wurzelnematode, von dem alle Stadien im Wurzelbereich befallener Pflanzen gefunden werden können. Er lebt in den Wurzeln und legt dort auch seine Eier ab. Bei ungünstigen Bedingungen wandert er in den Boden zurück.

Möglichkeiten einer Bekämpfung:

Radopholus similis/R. citrophilus besitzt ein begrenztes Wirtsspektrum und überlebt ohne Nah­rungsaufnahme nur eine beschränkte Zeit. Somit ist eine Bekämpfung durch Fruchtwechsel mit nicht Wirtspflanzen oder einer Brache möglich. Jedoch ist hier zu beachten, dass Wurzeln von Wirtspflanzen entfernt sein müssen. Ein Schälen der Knollen und Rhizome an Jungpflanzen wirkt sich positiv aus, da R. similis/R. citrophilus sich hauptsächlich in den äußeren Bereichen aufhält.

Einschätzung des Schadpotentials:

Radopholus similis befällt und schädigt viele verschiedene Pflanzenarten und kann besonders bei jungen Pflanzen erhebliche Schäden verursachen, die bis zum Totalausfall führen können. Radopholus citrophilus kann zu beträchtlichen Schäden an Citruspflanzungen im Mittelmeerraum führen.

Lokale und internationale Verbreitungsmöglichkeiten:

Durch den internationalen Handel mit bewurzeltem Pflanzenmaterial von Radopholus similis/R. citrophilus leicht möglich. Eine Verschleppung erfolgt in allen Stadien.

Ansiedlungspotential in Deutschland: R. similis ist in Deutschland bereits in Teilgebieten verbrei­tet. Er kann allerdings nur in Gewächshäusern überleben. R. citrophilus ist in Deutschland noch nicht vorhanden.

Verursachte Schäden:

Radopholus similis/R. citrophilusruft die Wurzelfäule (banana root rot) hervor. R. similis/R. citro­philus dringt durch mit dem Mundstachel geschaffene Wunden in die Wurzeln ein, wo er interzel­lulär lebt. Es entstehen rötlich-braune Läsionen. Die Wunden führen dazu, dass pilzliche Scha­derreger einwandern können, was Nekrosen zur Folge haben kann. Hierbei kann das komplette Wurzelsystem so stark geschädigt werden, dass keine Wasseraufnahme mehr möglich ist oder die Pflanzen aus Mangel an Wurzelmasse keinen Halt mehr haben und umfallen.

Inspektionshinweise:

Visuelle Kontrolle der Rhizome, Knollen und Wurzeln auf rötlich braune Läsionen, die zusätz­lich auch tiefe Risse aufweisen können. Mikroskopische Untersuchung unter zu Hilfenahme der Baermann-Trichter-Methode erforderlich. R. citrophilus: Kontrolle von Citruspflanzen auf ge­schwächtes Wachstum, kleinere Blätter sowie gestörtes Wurzelwachstum. Eine Verwechslung mit anderen Nematoden-Arten ist leicht möglich. Die Abgrenzung zu den anderen Nematoden-Arten sowie die Unterscheidung der beiden Radopholus-Arten untereinander gestaltet sich aufgrund der großen Ähnlichkeit oftmals schwer.

Radopholus similis - MarantaRadopholus similis - MarantawurzelRadopholus similis - Wurzel

Vergleich befallene und gesunde Marantapflanzen

[Foto: State Plant Pathology Institute, Dänemark]

Vergleich befallene und gesunde Wurzeln von Marantapflanzen

[Foto: State Plant Pathology Institute, Dänemark]

Radopholus similis in Wurzel

[Foto: J. H. O'Bannon (US)]

Rechtliche Anforderungen:

Richtlinie 2000/29/EG Anhang II A II 7., IV A II 11., IV A I 18.

Literaturangaben:

EPPO – Datenblatt, Verbreitungskarte, Fotos zu Radopholus similis Bananenrasse: http://www.eppo.org/QUARANTINE/listA2.htm

EPPO – Datenblatt, Verbreitungskarte, Fotos zu Radopholus similis Zitrusrasse: http://www.eppo.org/QUARANTINE/listA1.htm

 



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