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Schadorganismen

Das Internationale Pflanzenschutzübereinkommen (International Plant Protection Convention IPPC) stellt seit mehr als 50 Jahren den internationalen Rahmen für den Schutz von Pflanzen gegen die Einschleppung und Verbreitung von Schadorganismen dar.

Zu diesen Schadorganismen gehören Insekten, Nematoden, Phytoplasmen, Bakterien, Pilze, Viren und Viroide (Wirbeltiere finden traditionell keine Berücksichtigung), aber auch solche Pflanzen, die zu schützende Pflanzen und ihren Lebensraum beeinträchtigen.

Quarantäneschadorganismen
Als Quarantäneschadorganismen gelten Organismen mit potentieller Schadwirkung auf Pflanzen in einem Gebiet, in dem sie noch nicht auftreten oder nicht weit verbreitet sind und amtlichen Überwachungs- und Bekämpfungsmaßnahmen unterliegen. Viele dieser Quarantäneschadorganismen bedrohen nicht nur die Pflanzen direkt, sondern auch die biologische Vielfalt insgesamt in den zu schützenden Gebieten.

Invasive Arten
Vor dem Hintergrund des Übereinkommens über die Biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity CBD) sind Quarantäneschadorganismen, die die biologische Vielfalt bedrohen können, auch als invasive gebietsfremde Arten anzusehen, wie sie in den "Leitprinzipien des CBD" definiert werden. Danach sind Invasive gebietsfremde Arten sinngemäß Arten oder niedere Taxa von z. B. Pflanzen, Tieren oder Mikroorganismen, die in Lebensräume außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes durch menschliches Zutun eingebracht wurden, sich dort massiv ausbreiten und die biologische Vielfalt bedrohen.

Entsprechen Invasive gebietsfremde Arten der Definition des IPPC für Quarantäneschadorganismen, sind sie nach Ansicht der Mitgliedstaatenkonferenz des IPPC gemäß den IPPC-Bestimmungen und -Standards zu bewerten, zu überwachen und zu handhaben. Beispiele für Invasive gebietsfremde Arten, gegen deren Einschleppung und Verbreitung in Deutschland Pflanzenquarantänemaßnahmen ergriffen werden, sind der Asiatische Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis), der Kiefernholznematode Bursaphelenchus xylophilus oder der Erreger der Eichenwelke (Ceratocystis fagacearum). Invasive Pflanzen, wie z. B. Kudzu (Pueraria lobata) werden dagegen bisher im Rahmen der Pflanzenquarantäne in Europa traditionell kaum berücksichtigt, während z. B. in den USA und in Australien die dortigen Pflanzenquarantänebehörden solche Risiken mit großem Aufwand bewerten und Gegenmaßnahmen ergreifen.

Zuletzt geändert: 10.04.2013



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